Seht unser nachhaltiges Klassenzimmer:

https://youtu.be/E5a00OdjUTk?si=sASOk5WpdLQ0EEHp

1. Einleitung und Zielsetzung (Wie seid ihr zu diesem Lehrraum gekommen)

Die Idee, einen nachhaltigen Außenlernraum zu schaffen, entstand aus der Notwendigkeit, das Wachstum unserer Schule mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit zu verbinden. Das Liceo „Enrico Fermi“ ist eine sehr angesehene und leistungsstarke Schule, weshalb wir jedes Jahr eine hohe Anzahl neuer Schüler*innen aufnehmen, darunter auch solche aus benachbarten Gemeinden. Daher sind die Räume des Gebäudes vollständig von Klassen belegt, was die Verfügbarkeit von Innenräumen für alternative Bildungsaktivitäten einschränkt.

Die Lösung wurde in einem Außenbereich gefunden: ein bisher ungenutzter Garten/Beet innerhalb des Schulgeländes. Hier entstand die Notwendigkeit, die Konzepte der Kreislaufwirtschaft praktisch umzusetzen.

Der Austausch mit Schülerinnen, Lehrkräften und dem Techniker (Architekten) war entscheidend für alle Phasen der Projektumsetzung. Insbesondere die Schülerinnen trugen wesentlich zur Ideenfindung bei, und in den folgenden Planungsphasen gab es regelmäßige Treffen zwischen Schüler*innen und Architekt, um alle Details des nachhaltigen Außenraums zu bestimmen.

Unser Hauptziel war es zu zeigen, dass „nichts entsteht und vergeht, alles wird umgewandelt“, nach den Prinzipien der Circular Economy, einem Wirtschaftssystem, das auf Wiederverwendung von Materialien in aufeinanderfolgenden Produktionszyklen basiert, Abfälle reduziert und natürliche Ressourcen schont.

Die zirkuläre Philosophie des Projekts beruht auf fünf Grundprinzipien:

  1. Ökodesign (Eco-design)
  2. Modularität und Vielseitigkeit (Modularity & Versatility)
  3. Saubere Energie (Clean Energy)
  4. Ökosystem-Ansatz (Ecosystem Approach)
  5. Materialrückgewinnung (Materials Recovery)

Bewältigung klimatischer Herausforderungen
Obwohl es sich um einen Außenlernraum unter einer pergola ohne Wände handelt, wurde eine mögliche Einschränkung für die Winternutzung berücksichtigt. Da die Temperaturen in Sizilien fast immer mild sind und die klimatischen Bedingungen günstig, kann der Raum praktisch das ganze Jahr über genutzt werden, auch in den Wintermonaten.
Diese kontinuierliche Nutzbarkeit unterstützt das Lernen in Kontakt mit der Natur, ein systemischer Ansatz, der die Ressourcennutzung effizienter macht und eine anregendere Lernumgebung als herkömmliche Klassenräume bietet.


2. Beschreibung des Prozesses und Umsetzung (Prozess vorstellen, Verwirklichung, Fotos der Schritte)

Das Projekt hatte zum Ziel, den ausgewählten Bereich – das Beet innerhalb der Schule, eingefasst durch eine Betonmauer und mit einheimischen mediterranen Pflanzen – für den Unterricht nutzbar zu machen.
Die Umsetzung umfasste die Installation nachhaltiger und abnehmbarer Strukturen, die den Richtlinien für freie Bauweise und der Kreislaufwirtschaft entsprechen.

Die Arbeiten gliederten sich in zwei Hauptbereiche: Pflege der Vegetation (Pflege des Grüns) und Installation von Strukturen für einen vielseitigen Lehrraum (Installation von Strukturen für einen vielseitigen Lehrraum).

Anwendung der 5 Prinzipien auf das Projekt:

  1. Ökodesign (Eco-design)
    Das Design respektierte den Ort und die vorhandene Flora und installierte bio-nachhaltige Strukturen, um den Bereich aufzuwerten.
    • Ein geschwungener Holzweg (imprägniertes Kiefernholz) mit schwimmendem Bodenbelag aus geriffelten Dielen wurde angelegt.
    • Entlang des Weges wurden Bänke und Abfalleimer aus Holz installiert und im Boden verankert.
    • Die Fläche wurde durch die Wiederherstellung des Rasens und das Anlegen einer blühenden Hecke aufgewertet. Die bereits vorhandenen Pinien (Pinus pinea) spenden Schatten und erhöhen den Komfort in heißen Perioden.
  2. Modularität und Vielseitigkeit (Modularität & Vielseitigkeit)
    Die zentrale Struktur ist eine Pergola, ideal wegen ihrer Flexibilität und einfachen Montage, umsetzbar im Rahmen der freien Bauweise.
    • Die Pergola besteht aus Kiefernholz, imprägniert in Autoklav.
    • Die Stützpfosten sind in speziellen Holzbeeten verankert, die sowohl als Dekoration als auch als Halterung dienen. Dies gewährleistet Stabilität, ermöglicht temporäre Installation und ist nachhaltig, da dauerhafte Betonarbeiten vermieden werden.
    • Das Dach besteht aus doppelten Balken und ökologischen Materialien: Bambusmatten. Für die Abdichtung wurde eine Sandwichkonstruktion mit einer Schicht undurchsichtiger Glasfaserfolie verwendet.
  3. Saubere Energie (Clean Energy)
    Die Integration von Photovoltaik ist entscheidend, da sie saubere, erneuerbare Energie ohne CO₂-Emissionen erzeugt und die Abhängigkeit von fossilen Energien reduziert.
    • Die Installation der Solarmodule macht das Projekt energieautark.
    • Die erzeugte Energie versorgt die wesentlichen Einrichtungen des Lehrraums, die Beleuchtung und das Wasserbecken für Wasserspiele.
  4. Ökosystem-Ansatz (Ecosystem Approach)
    Dieser systemische Ansatz zielt auf eine längere und effizientere Nutzung der Ressourcen ab, indem Materialien möglichst lange im Kreislauf bleiben, um weniger Treibhausgase zu erzeugen.
    • Der Materialfluss teilt sich in zwei Kreisläufe: technisch und biologisch.
    • Im technischen Kreislauf bleiben Materialien (wie modulare Holzelemente) durch Wiederverwendung, Reparatur und Recycling im Einsatz.
    • Im biologischen Kreislauf werden die Nährstoffe biologischer Materialien durch Kompostierung dem Boden zurückgegeben und regenerieren ihn.
  5. Materialrückgewinnung (Materials Recovery)
    Dieses Prinzip konzentriert sich auf Wiederverwendung und Recycling, um die Lebensdauer der Produkte zu verlängern und Abfälle in neue Ressourcen zu verwandeln.
    • Ein prominentes Beispiel ist der Holzzyklus, dessen Lebensdauer theoretisch unendlich sein kann, mit ökologischen und wirtschaftlichen Vorteilen.